Eythar Gubara, Huda Takriti, Neda Saeedi und Noit Banai, moderiert von Louisa Elderton
Art in Times of War and Conflict
25. 8. 26, 19:00 Uhr
Welche Rolle spielt Kunst in Zeiten von Krieg und Konflikten? Wie passen sich künstlerische Gemeinschaften an und wie reagieren sie – auch wenn die künstlerische Praxis eines Künstlers an sich nicht explizit politisch ist? Sind solche Zeiten durch Einschränkungen und Reduzierungen geprägt? Was steht auf dem Spiel, wenn Konflikte die künstlerische Praxis prägen? Inwieweit spielt Kunst in Kriegszeiten eine Rolle?
Diese Podiumsdiskussion wirft solche Fragen auf, um darüber nachzudenken, wie Kunst in Zeiten von Krieg, Konflikten und Unruhen reagiert, funktioniert und sich anpasst, und um zu ergründen, ob Kunst ein Mechanismus ist, der uns helfen kann, Gemeinsamkeiten zu finden. Die Künstler*innen Eythar Gubara, Neda Saeedi und Huda Takriti sowie die Kunsthistorikerin Noit Banai kommen in diesem Gespräch zusammen, das von Louisa Elderton in Zusammenarbeit mit der Sommerakademie organisiert und moderiert wird, um diese vielschichtigen Komplexitäten zu erörtern.
- Ort
- Stadtgalerie Zwergelgarten
- Datum
- 25. 8. 26, 19:00 Uhr
Eythar Gubara
Eythar Gubara ist eine sudanesische bildende Künstler*in und DOP, deren Arbeit durch Fotografie und Film Widerstand, Identität und Menschenrechte erforscht. Seit 2013 nutzt Gubara visuelles Storytelling als Werkzeug für sozialen Wandel und verbindet dabei künstlerische Praxis mit Aktivismus. Die Arbeit konzentriert sich auf marginalisierte Gemeinschaften – insbesondere Frauen und die LGBTQI+-Community – kritisiert Unterdrückung, während sie zum Schweigen gebrachte Stimmen im Sudan und darüber hinaus sichtbar macht.
Seit dem Wechsel zur Kinematografie im Jahr 2017 dokumentiert Gubara Widerstandskraft und Intimität sowohl in Stand- als auch in Bewegtbildern. In enger Zusammenarbeit mit Graswurzelbewegungen versteht Gubara Kunst sowohl als Instrument für Gerechtigkeit als auch als Raum für Sichtbarkeit. Die künstlerische Praxis gründet auf der Überzeugung, dass Kunst Dialoge anstoßen, Veränderungen inspirieren und Hoffnung entfachen kann.
Gubaras Arbeiten wurden in sechs Einzelausstellungen in Hamburg sowie in mehr als 17 Gruppenausstellungen weltweit präsentiert. Die Kurzfilme wurden auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt, darunter das Internationale Kurzfilm Festival Hamburg. Im Jahr 2021 nahm Gubara am Fotofestival Rencontres d’Arles teil und wurde dort mit dem Madame-Figaro-Preis ausgezeichnet.
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Huda Takriti
Huda Takriti (*1990 in Syrien) arbeitet mit Video und Installation, um verborgene Geschichten in kolonialen und staatlichen Archiven zu hinterfragen. Ihre künstlerische Praxis untersucht, wie Machtstrukturen Erinnerung formen und historische Narrative aus einer dekolonialen und feministischen Perspektive produzieren.
Derzeit promoviert sie im Rahmen eines künstlerisch-wissenschaftlichen PhD-Programms an der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Konzept der archivischen Auslöschung im Zusammenhang mit den (Hi)Stories weiblicher Freiheitskämpferinnen aus der SWANA-Region (Südwestasien und Nordafrika) während antikolonialer bewaffneter Befreiungskämpfe. Dabei hinterfragt sie die Konstruktion und Produktion historischer Erzählungen sowie das Potenzial von Kontamination als Strategie, um mit den Lücken und Auslassungen von Archiven umzugehen.
2020 schloss sie ihr Masterstudium am TransArts-Department der Universität für angewandte Kunst Wien ab. Ihren Bachelor absolvierte sie 2012 an der Fakultät für Bildende Künste in Damaskus, Syrien.
Zu ihren jüngsten Ausstellungen zählen unter anderem das Castello di Rivoli (IT), der Kunstraum Memphis (AT), die Kunsthalle Wien (AT), das mumok (AT), Camera Austria (AT), die Nationalgalerie des Kosovo (XK), das Abrons Arts Center (USA) sowie die Škuc Gallery (SI).
Zuletzt wurde Huda Takriti mit dem Kardinal König Kunstpreis (2025), dem Han Nefkens Foundation–Museu Tàpies Video Art Production Grant (2025), dem Camargo Foundation Fellowship (2023), dem Vordemberge-Gildewart Award (2022) sowie dem Kunsthalle Wien Preis (2020) ausgezeichnet.
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Neda Saeedi
Sie studierte klassische Bildhauerei unter der Leitung von Raffie Davtian in Teheran und anschließend Freie Kunst in der Lens-Based Class von Prof. Hito Steyerl an der Universität der Künste Berlin (UdK).
Sie ist Preisträgerin des Villa Romana-Preises 2022 sowie Fellow des International Research Fellowship Programms des Max-Planck-Instituts in Florenz. Darüber hinaus erhielt sie das Kunstfonds-Stipendium 2020 und den Elsa Neumann Emerging Artist Prize 2019. Sie ist Alumna der Künstlerresidenzen der Delfina Foundation in London sowie des ISCP (International Studio & Curatorial Program) in New York City.
Ihre Publikation Return to Neverland – A Dialogue Between Neda Saeedi & Homayoun Sirizi erschien 2021 in persischer und englischer Sprache bei der Pejman Foundation. Es folgten Only Birds Who Fly the Highest Can Shatter the Windows, ein Gespräch mit Anna Teixeira Pinto, veröffentlicht bei Archive Books (2024), sowie Neda Saeedi: Whispers, erschienen bei Mousse Publishing (2024).
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Noit Banai
Dr. Noit Banai (PhD, Columbia University) ist Professorin für Diaspora-Ästhetiken am Institut für Kunsttheorie und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien. Als Kunsthistorikerin und Kritikerin mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst untersucht sie in ihrer Forschung Migration, Exil, Diaspora, Grenzregime und Staatenlosigkeit.
Ihr aktuelles Buchprojekt Stateless: Artistic Life in Shanghai, Hong Kong, and Singapore, 1933–1953 befasst sich damit, wie jüdische Geflüchtete in Ost- und Südostasien sowie bagdadische, persische und russische staatenlose Gemeinschaften und andere vertriebene Gruppen Bedingungen der Staatenlosigkeit visuell und materiell verhandelten.
Sie ist Autorin von Yves Klein (Reaktion, 2014) und Being a Border (Paper Visual Arts, 2021) und hat in Third Text, Stedelijk Studies, Public Culture, Performing Arts Journal, Filozofski Vestnik sowie im Journal of Jewish Latin American Studies veröffentlicht.
Ihre Essays erschienen zudem bei Sternberg Press, Centre Georges Pompidou, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Musée d’art moderne de la Ville de Paris, Documenta, Kontakt Collection, Americas Society und dem Bronx Museum of the Arts.
Sie unterrichtete international an der Hong Kong Baptist University, NYU Shanghai, Universität Wien, Tufts University/School of the Museum of Fine Arts, der Akademie der Bildenden Künste und Design in Bratislava, der Singidunum University in Belgrad sowie der Maumaus School in Lissabon. Zudem war sie Assistant Editor von RES: Anthropology and Aesthetics und ist regelmäßige Autorin für Artforum International.
Louisa Elderton
Louisa Elderton ist eine britische Kunstkritikerin, Autorin und Redakteurin, die in Berlin lebt. Sie ist geschäftsführende Redakteurin bei ICI Berlin Press, einem unabhängigen, gemeinnützigen Verlag, der radikale Fragestellungen, vielfältige Stimmen und neue Ansätze in der akademischen Forschung fördert, und war kürzlich auch Text- und Redaktionsleiterin für die Bergen Assembly 2025. Ihre Texte wurden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht, darunter Artforum, Art Monthly, Artnet News, Art Review, Frieze, Flash Art, Harper's Bazaar, Mousse, The New York Times, Vogue und viele mehr, sowie in Galerie- und Museumskatalogen und Künstlermonografien. Sie verfügt über weitreichende Erfahrung in der Arbeit für Kulturinstitutionen und Galerien und war von 2019-2022 Kuratorische Redakteurin am Gropius Bau, Chefredakteurin des Side Magazins für die Bergen Assembly 2022 und freiberufliche Managing Editor für die KW Institute for Contemporary Art. Von 2016-2019 war sie Projektredakteurin der gefeierten „Vitamin“-Reihe von Phaidon und Inhaltsredakteurin von Great Women Artists, und von 2011-16 war sie Kuratorin & Artist Liaison bei Blain|Southern. Mit einem Master-Abschluss in „Curating the Art Museum“ vom Courtauld Institute of Art spezialisierte sie sich auf das Lernen und die Interpretation und arbeitete im Rahmen dessen in der Forschungsabteilung der Tate.
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Publikationen
Ausgewählte Zeitschriften & Zeitungen
“Thea Djordjadze: Become Like a Resonance Chamber” in: Plus Magazine, Issue 9, 2025.
“Is Smell the Next Big Thing?” in: Artnet News, 28. Dezember 2025.
“Yayoi Kusama Is Still One of Our Most Important Artists” in: Frieze, 30. Oktober 2025.
“How Ukrainian Artists Are Grappling with the War” in Artsy, 4. März 2025.
“Mortal Machines: Mire Lee” in: Flash Art, Issue 343, Herbst, 2024.
“An Electric Temple of Culture Fires Up“ in: The New York Times, 11. September 2019.
Ausgewählte Buchbeiträge
An Endless Play of Surfaces: The Paintings of Erik Schmidt (Essay für Ausstellungskatalog von KINDL, Berlin, 2025).
Vitamin V: Video and Moving Image in Contemporary Art (Phaidon, 2025).
Vitamin Txt: Words in Contemporary Art (Phaidon, 2024).
Vitamin C+: Collage in Contemporary Art (Phaidon, 2023).
Prime: Art’s Next Generation (Phaidon, 2022).
Birds: Exploring the Winged World (Phaidon, 2021).
Ausgewählte redaktionelle Arbeiten
Editor of Bergen Assembly 2025 Reader: across, with, nearby (Bergen Assembly 2025).
Copyeditor of Against Morality by Rosanna McLaughlin (Floating Opera Press, 2025).
Copyeditor of Imperfect Solidarities by Aruna D'Souza (Floating Opera Press, 2024).
Chief Editor of Side Magazine: Yasmine and the Seven Faces of the Heptahedron (Bergen Assembly/Wirklichkeit Books, 2022).
Managing Editor of Dayanita Singh: Dancing with my Camera (Gropius Bau/Hatje Cantz, 2022).
Managing Editor of Yayoi Kusama: A Retrospective (Gropius Bau/Prestel, 2021).
Project Editor of Vitamin D3: New Perspectives in Painting (Phaidon, 2021).
Content Editor of Great Women Artists (Phaidon, 2019).