Slavs and Tatars
Crossing #12 - (The Hierophant) – VERSCHOBEN
23. 8. 22, 19:00 – 21:00 Uhr
Red-Black Thread (Rot-Schwarzer Faden)
Vortrag des Kunstkollektivs Slavs and Tatars
Die Vortragstour von Slavs and Tatars beschäftigt sich mit der Konstruktion von Schwarzer Identität, nicht aus der Sicht der traditionellen anglophonen und frankophonen Welten auf beiden Seiten des Atlantiks, sondern ausgehend vom russischen Sprachgebrauch des imperialen Russlands und der Sowjetunion. Der Vortrag konzentriert sich u. a. auf Claude McKay und Langston Hughes und betrachtet die Wahrnehmung von Arbeit, Rasse und insbesondere Sexualität aus einer gemeinsamen russisch-sowjetischen und afroamerikanischen Perspektive, um zu verdeutlichen, wie Versprechungen von Konvivialität und Koexistenz enttäuscht wurden.
Eckdaten
- Ort
- Galerie Kunst im Traklhaus
- Datum
- 23. 8. 22, 19:00 – 21:00 Uhr
Slavs and Tatars
Slavs and Tatars ist ein international bekanntes Kunstkollektiv. Gegenstand seiner Arbeit ist das Gebiet östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer, das als Eurasien bekannt ist. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat das Kollektiv stets ein gutes Gespür für polemische Fragen in der Gesellschaft bewiesen und durch eine sehr eigentümliche Form der Wissensproduktion neue Ansätze für den zeitgenössischen Diskurs geschaffen. Dabei beziehen sie Populärkultur, spirituelle und esoterische Traditionen, mündliche Überlieferungen und moderne Mythen ebenso mit ein wie wissenschaftliche Forschung. Drei Aktivitäten bilden die Basis für die Praxis des Kollektivs: Ausstellungen, Publikationen und Vortragsperformances. Das Kollektiv hat bisher mehr als ein Dutzend Bücher veröffentlicht, zum Beispiel zuletzt The Contest of the Fruits (MIT Press, 2021) sowie eine Übersetzung der legendären aserbaidschanischen Satirezeitschrift Molla Nasreddin(derzeit in zweiter Auflage bei I.B Tauris, 2017). 2018 riefen Slavs and Tatars ein Residence- und Mentorenprogramm für junge Kulturschaffende aus ihrer Region ins Leben. Nur wenige Häuser von ihrem Studio in Moabit entfernt eröffnete das Kollektiv die Pickle Bar, eine slawische Aperitif-Bar mit einem Raum für Projekte.