Thalia Hoffman / Manar Zuabi
To Eat/Feed the Other: Art, Food & Politics
3. – 15. 8. 26
In einer Welt, die vom Kapital, kolonialer Hegemonie und Konsum beherrscht wird, sind Nahrungsmittel zu einem umkämpften politischen Gebiet geworden. Die als Fortschritt getarnte Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, von Bauern und Arbeitern, offenbart, wie Hegemonialmächte Produktion, Verteilung und Zerstörung je nach ihren wirtschaftlichen Interessen kontrollieren. Während ein Großteil der Weltbevölkerung von Hunger erschöpft ist, zerreibt sich der Rest am Überfluss. Wenn Lebensmittel ihre wesentliche Eigenschaft als Nahrung, kulturelle Identität und kollektives Erbe verlieren, wird Kunst zu einem wichtigen Instrument, um diese komplexen Zusammenhänge zu beleuchten und hegemoniale Kontrolle mit kreativem Aktivismus und multimedialen Auseinandersetzungen in Frage zu stellen.
Dieser Workshop behandelt sozioökonomisch-ökologische Nahrungsmittel-Politik – von den Ursprüngen und der Produktion bis hin zum Vertrieb, Konsum und den Geschmackskulturen, die in unserer persönlichen und kollektiven Identität verankert sind. Wir untersuchen, wie Kunst sich mit Lebensmitteln sowohl als Material als auch als Konzept auseinandersetzen kann, indem sie Ästhetik in essbare Substanzen und Techniken einfließen lässt. Food-Art schafft eine einzigartige sensorische Beziehung und lädt die Betrachtenden dazu ein, über traditionelle visuelle und akustische Erfahrungen hinaus zu schmecken, zu riechen und zu berühren. Wir werden dieses erweiterte ästhetische Vokabular erforschen, damit experimentieren und dabei feststellen, wie unsere seltener beanspruchten Sinne in der zeitgenössischen Kunstpraxis funktionieren. Durch Betrachten, Hören und Schmecken werden wir kunstgeschichtliche Werke zum Thema Essen untersuchen – von bildender Kunst und Performance bis hin zu Klangwerken – und dabei Theorielektüre, kritischen Diskurs und Forschung mit der praktischen Produktion neuer Werke kombinieren.
Dieser Workshop spricht dringende Fragen für Kunstschaffende und Weltbürger*innen an: Wie können wir mit unserer kreativen Praxis ausbeutende Systeme konfrontieren? Wir kann die Kunst Lebensmittel wieder als gemeinsame Nahrung und kulturelle Identität etablieren? In Zeiten ökologischer Krisen und Ungleichheit ist es nicht optional, sich über die Kunst politisch mit Lebensmitteln auseinanderzusetzen – es ist unerlässlich.
Eckdaten
- Ort
- Festung Hohensalzburg
- Datum
- 3. – 15. 8. 26
- Unterrichtssprache
- Englisch (Arabisch und Hebräisch möglich)
- Teilnahmegebühr
- 670 Euro (ermäßigt 495 Euro)
- Voraussetzungen
- Bereitschaft zum Zuhören, Nachdenken, Lernen und Verlernen sowie das Bestreben, über Zeit und Ort hinauszugehen.
- Mitzubringen sind
- Bringen Sie sich selbst mit und was Sie zum Kunstmachen benötigen.
- Maximale Anzahl von Teilnehmenden
- 20
Thalia Hoffman
Thalia Hoffman ist eine bildende Künstlerin und Wissenschaftlerin, die in ihrer Heimatregion östlich des Mittelmeers mit Film, Video, Performance und öffentlichen Interventionen arbeitet. Hoffman ist nicht nur künstlerisch aktiv, sondern besitzt auch einen Doktortitel in künstlerischer Forschung von der Universität Leiden und ist Dozentin für Video, Performance und künstlerische Forschung an der Universität Haifa. Ihre Arbeit zielt darauf ab, Werke in ihre Umgebung einzubringen, die die Menschen auffordern, ihre sozio-politische Landschaft aufmerksam zu betrachten, zu hören und zu spüren.
Webseite
Ausstellungen
Ausgewählte Ausstellungen und Festivals:
2023 Jerusalem Film Festival, Experimental Competition, Jerusalem.
2022 Scattered Shared Spaces, Gruppenausstellung, Beit HaGefen, Haifa (IL).
To Serve You, Performance & Gespräch, Framer Framed, Amsterdam.
2018 Guava (Einzelausstellung), Mamuta art & research center, Jerusalem.
2014 Story Time: Was it?, Helana Rubinstein Pavilion, Tel-Aviv Museum, Tel Aviv (IL).
Publikationen
Here/Then and Now; a Memoir, PARC-Platform for Arts Research in Collaboration, Dezember 2022.
Back to Present, VIS-Nordic Journal for Artistic Research, November 2022.
Feeding, Chapter in Making Matters, ed. Janneke Wesseling, Valiz Publication, Die Niederlande, Juni 2022.
Manar Zuabi
ist bildende Künstlerin, Kuratorin, Aktivistin und Pädagogin. Sie arbeitet mit Installation, Performance und Videokunst. Zuabi ist Mitbegründerin der alternativen Experimentalschule „Masar“ in Nazareth. In ihrer Kunst beschäftigt sie sich entlang der Achse von Kunst und Leben mit Fragen zu Identität und Kultur, die sie aus einer politischen und sozialen Perspektive zusammenführt.
Ausstellungen
Ausgewählte Ausstellungen:
2022 Scratched Horizon, Gallery Umm el-Fahem, Umm el-Fahem (IL).
That Place This time, Tmuna Theatre, Tel Aviv (IL).
Return, following Edward Said, performance, Van Lir, Jerusalem.
2018 Without and Roses, Performance, Qalandiya International Biennale 3, Wadi Salib, Haifa (IL). Stop or I’ll Shoot you, Performance mit Taer Kaminer, University of Haifa.
2015 Berlin Performs, Podbielski Contemporary Gallery und Fries Museum, Berlin.
Publikationen
Manar Zuabi, Scratched Horizon, El-Sabar Association, Umm el-Fahem Art Gallery, 2022.
Manar Zuabi, On Thin Line, Wilfrid Museum, 2015.