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Pressemeldungen

Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg 2015 – Resümee

Pressemitteilung

26.08.2015

+++++ ERINNERUNG +++++
28. August 2015, 12 bis 21 Uhr
Tag der offenen Türen – Abschlusspräsentation
In allen Klassen der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst wird in den kommenden Tagen die Abschlusspräsentation vorbereitet, die am Freitag auf der Festung Hohensalzburg (Arbeitshaus, Mönchsberg 34, 5020 Salzburg) und im Steinbruch am Untersberg (Fürstenbrunn, 5082 Grödig) zu sehen ist.
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Bedeutung herstellen in globalen Zusammenhängen
Die 63. Ausgabe der Internationalen Sommerakademie konzentrierte sich in diesem Jahr auf das Thema Bedeutung herstellen. Kunst ist in der Regel eine Auseinandersetzung mit der Welt und der Gesellschaft, in der wir leben. Kunstwerke stellen daher, das ist unsere These, auf unterschiedliche Weise etwas her, das man Bedeutung nennen könnte. Dabei interessierte uns besonders, wie unterschiedlich dieses Thema in diversen Regionen der Welt aufgegriffen wird – durch unsere Lehrenden, Vortragenden und Studierenden, die in diesem Jahr aus 54 Nationen (2014: 46), darunter auch aus Ägypten, Belarus, Brasilien, China, Georgien, Indien, Iran, Neuseeland, Nigeria, Südkorea oder Tansania kamen.

328 Personen haben in diesem Jahr an 21 ein- bis vierwöchigen Kursen auf der Festung Hohensalzburg, im ehemaligen Barockmuseum, in den Räumen der Galerie 5020 und im Kiefer Steinbruch Fürstenbrunn teilgenommen. Die Auslastung der Kurse lag damit durchschnittlich bei 15,6 Teilnehmenden pro Kurs, was der in den Vorjahren entspricht. Das Durchschnittsalter von 35 Jahren blieb in etwa gleich, 64% der Teilnehmenden waren unter 35 Jahre alt.
Wir verzeichnen eine leichte Zunahme der Stipendienvergabe in diesem Jahr, was vor allem der außergewöhnlich großzügigen Förderung privater Mitglieder im Verein der Freunde zu verdanken ist. Sponsoren sind des Weiteren u.a. The American Austrian Foundation (AAF/Seebacher Prize for Fine Arts), Freistaat Bayern, ERSTE Stiftung, Kunstakademie Münster, Freundeskreis der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig e. V. und Kingston University London.
Insgesamt gab es 45 öffentlich zugängliche Veranstaltungen, die von ca. 3.900 BesucherInnen wahrgenommen wurden.

Highlights des Kursprogramms

Ben Katchor hat in seinem einwöchigen Workshop „Comics und Performance“ bewiesen, dass auch in kürzester Zeit seine Studierenden in der Lage waren, am Ende jeweils drei außergewöhnliche Bildergeschichten dem Publikum vorzutragen bzw. zu präsentieren. Bernhard Martin hat die eingefahrenen Muster seiner Studierenden aufgebrochen, indem er mit ihnen zum Malen in die Eisriesenwelt und zur Autobahnraststätte Walserberg fuhr. Er regte die Teilnehmenden dazu an, ihre Bilder während des Produktionsprozesses zu tauschen, d.h. Gemeinschaftsprojekte zu erzeugen. Die Schlusspräsentation bestand unter anderem aus einer Installation auf den „Kanonenkugeln“ vor dem Eingang zur Sommerakademie.

Ortsbezug
Direkt mit der Stadt Salzburg und ihrer besonderen touristischen Anziehung haben sich die Teilnehmenden im Kurs „Public Space“ der ArchitektInnengruppe feld72 beschäftigt, der in temporäre Interventionen im Stadtraum mündete. Dabei entstand u.a. ein Duplikat des Brunnens auf dem Kajetanerplatz, ein Schattenspiel („TAKEAWAY“) auf der Bastionsmauer der Festung Hohensalzburg, eine Wortinstallation („SAFE“) aus Neonröhren im Königsgässchen oder unscheinbare im Stadtraum verteilte Schriftzüge, die etwas über einzelne BewohnerInnen und ihren Bezug zum jeweiligen Ort verraten. Der Kurs von Tobias Zielony stand unter dem Titel „Migration“. Die Teilnehmenden porträtierten Menschen in Salzburg, die aus unterschiedlichen Gründen hierher gekommen waren. Darunter u.a. eine Pflegerin in einem Altenheim, einen Taxifahrer, eine Juwelierin oder eine syrische Familie, die Asyl beantragt hat. Ebenfalls direkt mit Salzburg haben sich die Teilnehmenden im Kurs „Comics und Reportagen zeichnen“ von Nicolas Wild beschäftigt. Zum Ende des Kurses haben sie die erste Ausgabe der neuen Salzburger Zeitung „Salz & Paper“ präsentiert – mit Reportagen zur lokalen Politik, Kultur und Lifestyle.

Technik
In einigen Klassen lag der Fokus auf der Arbeit mit Techniken, die an den Kunstakademien selten vermittelt werden. So produzierte jeder Teilnehmende im Kurs von Bernhard Cella einen Dummy eines Künstlerbuchs. Elisabeth Schmirl erprobte Spezifika unterschiedlicher Druckverfahren und Peter Niedertscheider vermittelte im Steinbruch am Untersberg Techniken der Steinbildhauerei, die einen zeitgenössischen künstlerischen Ausdruck ermöglichen. Kursteilnehmende bei cinéma copains beschäftigten sich mit Analogfilm – vom Dreh und Schnitt über direkte Bearbeitung bis zur eigenen Entwicklung.

Veranstaltungsprogramm 2015
Vorträge und Diskussionen

Unter dem Motto Bedeutung herstellen spannten die eingeladenen Vortragenden einen weiten Bogen von der Analyse „Nützlicher Kunst“ und ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft (Florian Malzacher), zur grundsätzlichen Hinterfragung des Kunstwerks im Spannungsfeld zwischen Markt und Museum (Luis Camnitzer). Ekaterina Degot fragte, wie kuratorische Montage in Ausstellungen zur Bedeutungsproduktion beiträgt und Tony Chakar schließlich befasste sich mit dem Verhältnis von ISIS und christlichen Minderheiten in der Levante mit einem Schwerpunkt auf den untergehenden christlichen Ostkirchen.
Zudem waren DirektorInnen (Sabine Breitwieser, Martin Hochleitner und Séamus Kealy) der drei großen Salzburger Kunstinstitution eingeladen, mit Kollegen aus Graz und München über Bedeutung herstellen in Museum und Kunstverein zu diskutieren.

Die Mittagsgespräche gaben Einblick in die Produktionsweisen aller Lehrenden.

Vier Stadtspaziergänge (mit Ariadna Castorena, Jubril Olawunmi, Mohammad Ali Sadeghi und Mohammad Basel Safrahaji) führten vor Augen, wie scheinbar gewöhnliche Orte einer Stadt besondere Bedeutung erlangen für jemanden, der oder die aus anderen kulturellen Zusammenhängen nach Salzburg kommt.

Ausstellungsbeteiligungen lehrender KünstlerInnen im Projektraum periscope, im Dommuseum und in der Galerie Trapp sowie insgesamt sechs Tage der offenen Türen rundeten das Programm ab.

Dokumentation
In täglichen Blogeinträgen ist der Anthropologe und Medientheoretiker Rafael Dernbach der ihn leitenden Frage nachgegangen, wie in den jeweiligen Kursen heute Kunst vermittelt wird. Ungewöhnliche Antworten und noch mehr Fragen sind hier nachzulesen: www.summeracademy.at/blog

Die Salzburger Künstlerin und Filmemacherin Sina Moser dokumentierte die Vortragsreihe sowie drei Mittagsgespräche. Ein Teil der Videos ist bereits hier auf Youtube zu sehen.

Weitere Informationen und Bildmaterial


Bärbel Hartje

presse@summeracademy.at, +43 (0) 662 842 113

Pressebilder stehen hier zum Download bereit.

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