Konstruierte Fotos, die mit Mitteln der Täuschung und des Theaters Geschichten erzählen, Ansichten zum Ausdruck bringen und zu Meinungsäußerungen provozieren, sind fast so alt wie die Fotografie selbst.
Dieser Workshop ermutigt dazu, Geschichten über das, was in Ihnen und um Sie hervorgeht, mit den vor Ort vorhandenen Mitteln zu erzählen - sei es dokumentarisch oder in einer schamlosen Mischung von Wahrheit und Dichtung, gesammelten Objekten, Orten und Menschen. Mitbringen sollten Sie eine Bereitschaft zu Exkursionen, Einkaufstouren, Streifzügen (allein oder mit anderen) und Aufmerksamkeit für den jeweiligen Standort, für historische und aktuelle Ereignisse. Der Workshop setzt auf Erfindungsgabe, Anpassungsfähigkeit und kritisches Denken - und versucht, diese zu fördern.
Wir beschäftigen uns mit dem Zitieren, Aneignen und Parodieren von Bildern, mit Fragen des Maßstabs und der Rolle des Glamours (oder seiner Abwesenheit) in der Fotografie. Neben der Fotografie kann auch mit Video und Installation gearbeitet werden. Ziel ist die Schaffung wahrhaftiger Bilder in einer Mischung aus Einbildungskraft, Beobachtungsgabe, Täuschung und Alltag.
Ausgangspunkte von Destiny Deacons Bilderwelt sind ihre eigene Umgebung, ihre Erfahrungen, ihr Umfeld, ihr Haus, der Hinterhof oder ihre Freundinnen. Herausragende Kennzeichen ihrer Arbeiten sind Ironie, Witz und beißender Sarkasmus, gebrochen mit Melancholie, Traurigkeit und Poesie. Immer wieder dreht sich ihre Arbeit um die Frage der bildlichen Repräsentation indigener und australischer Frauen, ihrer Subjektkonstitution durch das öffentliche, mediale und künstlerische Bild, der eigenen Vorbilder oder ihrer Vermarktung unter der Marke "Exotik", wo eine bestimmte Physiognomie, Ornamente oder Werkzeuge stellvertretend für das ursprüngliche Australien, das Andere, eben das Exotische stehen.
Mitarbeit: Virginia Fraser