Fotografieren ist für mich eine psychologische Angelegenheit, weil es sowohl darum geht die eigenen Hemmungen und Widerstände als auch die Ängste und Zweifel der zu fotografierenden Person zu überwinden. Ich möchte die gängige Formensprache verändern und ich versuche, das herrschende Verständnis von der Darstellung des Menschen und von Situationen zu ignorieren und das Gegenüber zur Mitarbeit zu inspirieren.
Das Thema dieses Kurses ist es, die Extreme der Fotografie auszuloten. Die Wechselwirkung zwischen Übertreibung und Negation werden uns dabei besonders interessieren. Diese beiden Begriffe werden anhand folgender Themen bearbeitet: Superartificial, dirty, trash, Nicht-Foto, etc.
Tichy, Robert Frank, Martin Kippenbergers mit Heftklammern zu Formen montierte Fotos, anonyme Fotografie, Francis Bacons Studio, Elfie Semotans Wegwerffotos u.a. werden uns dabei als Beispiele und Referenzen dienen. Die Studierenden werden im Austausch mit den Kursleitern die Thematik erörtern, anhand von künstlerischen Beispielen die Begriffe untersuchen und in der Folge eigene Arbeiten erstellen. Dabei wird der Schwerpunkt auf Portraits, Mode-Fotos und Mode-Strecken liegen. Es wird sowohl im Studio als auch on location gearbeitet werden.
Die Aufgabe der Studierenden wird es sein, ein eigenes Thema zu entwickeln und anhand ihres Themas zwei oder drei Extreme zu entwerfen.
Assistenz: Ivo Kocherscheidt, Sarah Horvath